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Weltwunder der Kinematographie 7/2003
Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Filmtechnik. Filmschnitt und Schneidetisch. Eine Zeitreise durch die Klassische Montagetechnologie.
Rezensionen
Film & TV Kameramann, 9/2003, Seite 79, Teil 1
"Filmschnitt und Schneidetisch" ist nun schon das siebte Buch in der sehr verdienstvollen, von Joachim Polzer im eigenen Verlag herausgegebenen Reihe "Weltwunder der Kinematographie". Eberhard Nuffer, der Autor, nennt sein Werk "Zeitreise durch die klassische Montagetechnologie", aber es ist mehr als das. [...] Eins ist sicher, Nuffer, 1968 geboren, hat all die "alten" Geräte, über die er schreibt, in den Fingern gehabt. So wird es ihm fraglos gelingen, seine Altergenossen und Jüngeren, die, mit Computern aufgewachsen, von Schneidetischen nie etwas erfahren haben oder erfahren wollten, diese Technik näherzubringen, die immer noch die Grundlage der Filmnachbearbeitung ist.
Film & TV Kameramann, 9/2003, Seite 79, Teil 2
Technisch führt der Autor wirklich alles an, was es jemals gegeben hat: Vertikal- und Horizontalbauweise, intermittierender und kontinuierlicher Filmtransport mit unterschiedlichem optischen Ausgleich durch Kippspiegel-, Polygon-, Holoskop- oder Linsenkranz, die Entwicklung der Antriebsmotoren und der Tonwiedergabe- und Klebetechnik. Und Menschen, die mit den Geräten gearbeiten haben - oder heute immer noch arbeiten, und die sind gar nicht so wenige! - werden alle Namen und Modellgenerationen wiederfinden, mit denen sie zu tun hatten oder noch zu haben. [...|
Film & TV Kameramann, 9/2003, Seite 79, Teil 3
"Meilensteine" der Filmtechnikentwicklung - als da wären Aufkommen des Tonfilms, Magnetton, Filmhobel, Stumpfklebelade, der 16-mm-"Boom" beim Fernsehen, Timecode und Videoverkopplung - und ihre Auswirkungen auf den Filmschnitt und Schneidetischbau sind in Nuffers Buch auch für Nicht-Schnittmeister und Nicht-Ingenieure nachvollziehbar beschrieben. Ebenso fundiert und manchmal auch amüsant dargestellt sind die wirtschaftlichen Zusammenhänge, die zum Auf- und Niedergang manches berühmten Namens führten. [...] Das Buch gehört also ins Regal, denn angesichts zeitloser, normenstabiler Technik werden die Schneidetische länger halten, als die Computer und immer noch, zumindest parallel, gebraucht werden. pvl
Cinearte - Nachrichten für Filmschaffende, Ausgabe 30/2004 vom 29. April 2004
Es gab eine Zeit, als Filme noch selbstverständlich ohne Tastatur und Festplatte montiert wurden. Eberhard Nuffer, obwohl 1968 geboren, hat die alte Technik offenbar noch mit eigenen Händen erfahren. Seine Zeitreise durch die klassische Montagetechnologie, als Diplomarbeit an der HFF »Konrad Wolf« in Potsdam entstanden und jetzt als siebter Band der Reihe Weltwunder der Kinematographie erschienen, läßt nichts aus, was es über die lineare Technik zu wissen gibt. Neben tatsächlich allen Geräten, die je in Gebrauch waren, sind das auch die Auswirkungen, die Entwicklungen in der Filmtechnik (etwa der Tonfilm, der Filmhobel oder der Timecode) auf Arbeit und Geräte im Schneideraum hatten - und natürlich die wirtschaftlichen Folgen, die manchen großen Namen veschwinden ließen. Das alles auch für Fachfremde einleuchtend beschrieben. Jan Fedesz
Kurzbeschreibung
Den Filmschneidetisch, seit Jahrzehnten Haupt-Arbeitsgerät der Schnittmeisterinnen und Schnittmeister, umgibt ein eigentümliches Flair.
Abseits der blossen Funktionalität, hat er auch einen ästhetischen Reiz: Er ist Repräsentant der klassischen Schneideraum-Arbeit schlechthin. In den vergangenen zwei Dekaden wurde der Schneidetisch immer weiter zugunsten von Geräten verdrängt, die zwar ein schnelleres Arbeiten ermöglichen, dem Schnitt selbst aber seinen handwerklich-sinnlichen Charakter nehmen. Die emotionale Bindung an Filmschnitt und Schneidetisch sowie der Verlust eines "höheren Sinns des Handwerks" sind Anlass genug, den Wurzeln der nunmehr verschwindenden Spezies auf den Grund zu gehen.
Den ersten Teil dieser fundierten und präzisen Darstellung der Schneidetisch-Geschichte von Eberhard Nuffer bildet eine Einfahrung in die technischen Grundlagen der Schneideraum-Arbeit und den Schneidetisch-Bau.
Im Hauptteil des Buches wird die bislang übergangene und übersehene Geschichte des Filmschnitts aus technischer Sicht dokumentiert: Beginnend in der Stummfilmzeit, werden in Form einer Zeitreise Schneidetisch-Modelle beschrieben und dabei Unternehmensgeschichten festgehalten.
An wichtigen Eckpunkten der Filmtechnik-Geschichte werden die Auswirkungen der technischen Innovationen (z.B. Tonfilm, Magnetton, Breitwand-Verfahren) auf den Bau von Schneidetischen beleuchtet. Sich dadurch ergebende Veränderungen auf das Handwerk des Filmschnitts werden ebenfalls thematisiert.
Die Monographie "Filmschnitt und Schneidetisch" wird veröffentlicht als siebente Ausgabe der Publikationsreihe "Weltwunder der Kinematographie -
Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Filmtechnik", herausgegeben von Joachim Polzer.
Der Verlag über das Buch
Aus dem Editorial des Herausgebers Joachim Polzer:
Die Anerkennung des Film-Regisseurs als eigenständig-künstlerisch Schaffenden ist sicherlich den diversen "New Movements" der 1960er- und 1970er-Jahre zu verdanken. Es benötigte dann nochmals rund 20 Jahre, bevor auch Kameramänner/-frauen und Filmarchitekten ihre Würdigung als eigenschöpferische Werkschaffende im Team-Prozess der Filmproduktion erhielten. Allmählich tritt nun - nach der Jahrhundertwende - auch der "Film-Editor" ins Blickfeld: Der "Cutter" gilt fortan mehr als lediglich hilfreich-unsichtbare Hand des Regisseurs oder Produzenten.
Der Umstand, dass die Tätigkeit des Film-Editors plötzlich von Interesse ist - Sinn und Zweck seiner/ihrer Tätigkeit verstanden werden wollen -, darf sicherlich auch so profanen Entwicklungen zugeschrieben werden, wonach jedem besseren 'Personal Computer' inzwischen eine Schnitt-Software "gebundelt" beiliegt. Dass gerade im digitalen Zeitalter des Kinos die Funktion und Technik des Editors zunehmende Bedeutung gewinnt, belegen schließlich auch Kino-Werke wie "Minority Report" (USA 2002, Regie: Steven Spielberg) oder "CQ" (USA 2001, Regie: Roman Coppola), die als Reminiszenz oder Vision Handlungen des Filmschnitts, den Beruf des Cutters oder die 'Bild-Mischung' als Kontroll-Instrument explizit zum Gegenstand der Story erheben.
Grund genug, um die 'Kulturgeschichte des Schneidetischs' zu schreiben und damit auch die film-basierte 'Klassische Filmschnitt-Technologie' darzustellen.
Detailreich gelungen ist dies Eberhard Nuffer in seiner Diplomarbeit, die wir monographisch als nunmehr siebenten Band der Weltwunder der Kinematographie - Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Filmtechnik veröffentlichen. Aufgrund der Quellenlage der Abbildungen, der Aktualität des Themas sowie der begrenzten Zielgruppe, haben wir uns dazu entschlossen, digitale Drucktechnik einzusetzen und die Arbeit als 'Reprint' vorzulegen.
Als besonders bemerkenswertes Resultat der Forschungen von Eberhard Nuffer darf die Tatsache gelten, dass die Geschichte des Filmschneidetischs keineswegs so mono-lithisch ist, wie es die Marktdominanz des führenden Anbieters in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg in der Erinnerung vieler Praktiker immer noch erscheinen lässt. Als Eberhard Nuffer im Finale seiner Recherche betrübt konstatieren musste, dass die Firma Steenbeck im Jahre 1999 Insolvenz anmeldete, konnte er damals noch nicht wissen, dass bereits in 2000 eine Auffanglösung gefunden wurde und auch im Jahre 2002 bewährte Schneidetischtechnik sowohl aus dem Hause KEM wie auch von Steenbeck nach wie vor als Neugerät verfügbar ist.
Eberhard Nuffers Zeitreise kann auch als Weiterverzweigung bisheriger Diskurse verstanden werden, wenn filmischer Bildstreifen, Lichtton und Magnetton editoral zusammengeführt werden. Die Geschichte von Licht- und Magnetton sowie der Misch- und Synchrontechnik finden sich in Ausgabe 6.2002 der Weltwunder der Kinematographie. Dort sind auch Reflexionen des Sound-Designers und Film-Editors Walter Murch zur Vergangenheit und Zukunft des Kinos zu finden. In dem 2002 zusätzlich wieder aufgelegten Band zur Entstehung des Tonfilms beschreibt Harald Jossé jene Vorgänge, welche "Schneidetische" einst unabdingbar machten.
Von Nuffer nur am Rande dargestellte Sonderformate wie '70-mm', 'VistaVision' oder 'IMAX' wurden in den Ausgaben 1.1994 sowie 4.1997 der
Weltwunder der Kinematographie ausführlich beschrieben.
Die Notwendigkeit zum "Editing", den stetig weiter wachsenden Massen audio-visuellen Materials Herr zu werden und aus vorhandenem Material Neues zu kreieren, wird dieses Periodikum sicherlich noch weiter beschäftigen. Zumal in dieser Ausgabe der Einfluss digitaler Schnitttechniken auf die Form werdenden Inhalte noch ausgespart ist:
Der Film-Schneidetisch bleibt ein gewichtiger Teil der Kinogeschichte.
Über den Autor
Der Autor Eberhard Nuffer wurde 1968 in Stuttgart geboren. Studium der Germanistik, Rhetorik und Anglistik in Tübingen. Ab 1992 Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf", Potsdam-Babelsberg, Studiengang Schnitt/Montage. Abschluss als Diplom-Schnittmeister.
Abschlussfilm "Les Pastilles" (in 35-mm-CinemaScope, Regie: Manfred Beger), ausgezeichnet mit dem Deutschen Kurzfilmpreis: Filmband in Silber.
Schnittassistenzen bei Kino- und Fernsehfilmen u.a. von Hans-Christoph Blumenberg und Yilmaz Arslan. Seit 1999 als "fester freier" Cutter beim
Südwestrundfunk (SWR) tätig.
Joachim Polzer ist seit 1994 Herausgeber der Publikationsreihe "Weltwunder der Kinematographie - Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Filmtechnik" und leitet den Medienverlag Polzer, Potsdam.
Best.-Nr. 6026 - (46,54 EUR netto) 49,80 EUR brutto
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