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Ausführliche Informationen:

Weltwunder der Kinematographie 6/2002

Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Filmtechnik (Buch MIT DVD-Beilage). Aufstieg und Untergang des Tonfilms/Die Zukunft des Kinos: 24p?

"Filmblatt", 7. Jahrgang, Nr. 19/20, Sommer/Herbst 2002, S. 125 - 128, Teil 1, "vorgestellt von... Ralf Forster"
[...] Mit der vorliegenden Ausgabe gewinnt das Periodikum gleich mehrere Qualitäten hinzu: Erstmals sind fast alle Beiträge konsequent auf das Thema bezogen, ja, erstmals wurde ein auch kulturtheoretisch relevantes aktuelles Thema gefunden, das bisweilen akribische faktenbasierte Forschen der Technikgeschichtler in den Kontext eines Medienumbruchs gestellt, der neben und mit uns abläuft. Zur Chronistenpflicht trete die Aufgabe, "Strukturparallelen des Wandels deutlich werden zu lassen." (S. 10) Als Premiere in "Weltwunder der Kinematographie" empfinde ich ebenso das ansatzweise verwirklichte Rede-Gegenrede-Prinzip. Es vermittelt einen Autorenstreit, der den Leser zu kreativen Gedankengängen anregt, der aber auch zeigt, dass trotz genauester Analysen der Vergangenheit Zukunftsprognosen über das Kino widersprüchlichste Ergebnisse evozieren und bisweilen spekulative Züge tragen können. Schließlich nimmt die Edition eine Kultur der Erneuerung auch formal auf: einerseits sprengt sie mit über 500 Seiten endgültig das Zeitschriftenformat, zum anderen wurde dem Gedruckten erstmals eine DVD beigegeben, die Filmbeispiele und Zusatzinformationen versammelt.

"Filmblatt", 7. Jahrgang, Nr. 19/20, Sommer/Herbst 2002, S. 125 - 128, Teil 2, "vorgestellt von... Ralf Forster"
Die zentralen Beiträge stellen die Genese des digitalen Kinos (Gundolf S. Freyermuth, Walter Murch) und die Tonfilmumstellung (Wolfgang Mühl-Benninghaus, Jeanpaul Goergen, Frank Bell) als zwar zeitlich versetzte Phänomene dar; durch die Textanordnungen wird aber der Eindruck genährt, dass es sich um analoge, aufeinander zu beziehende Entwicklungen handelt: Technologische Verfahren, die dem Kino objektiv einen Zuwachs an Attraktion bescheren können, setzen sich (auch vor dem Hintergrund von Krisenerscheinungen der Branche) geschichtlich durch. [...]

Hilfreich beim Suchen nach divergenten Deutungsebenen aktueller Medienprozesse ist der Aufsatz von Michael Wedel, der auf eine kreative, aber letztlich nicht in seiner ursprünglichen Anwendungsidee gebrauchte Tonfilm-Technologie aufmerksam macht: Carl Robert Blums Musik-Chronometer. Zwar von Teilen der Film- und Musikavantgarde benutzt und geschätzt, unterlag das System bei der Herstellung bildsynchroner Geräusche letztlich dem Lichtton-Verfahren, erlebte aber bis etwa 1950 einen kommerziellen Erfolg als Synchronisationsapparatur fremdsprachiger Filme.

"Filmblatt", 7. Jahrgang, Nr. 19/20, Sommer/Herbst 2002, S. 125 - 128, Teil 3, "vorgestellt von... Ralf Forster"
[...] Bestimmte Technologien setzen sich eben anders durch, als zunächst gedacht und prophezeit. Vielleicht werden uns digitale Bildwelten im Kino mal ganz andere Hilfestellungen leisten, als wir es heute zu ahnen vermögen. Und: Auch eine Technikgeschichte des Films sollte allzu lineare Beschreibungsmodelle vermeiden, sich ebenso auf Nebenwege, Fehlversuche und Absonderlichkeiten des Gegenstandes konzentrieren. Diesem Anspruch fühlen sich weitere in die Historie des bewegten Bildes vordringende Texte verpflichtet: Kay Hoffmanns Abriss zum Röntgenfilm stellt nach meiner Information eine erste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema dar. [...] Als Fortsetzungstexte sind auch die faktenreichen Ausführungen des Farbfilmexperten Gert Koshofer konzipiert. [...]

Friedrich Karl Engel[s] [...] "Biographie" des Magnetbandes markiert den aktuellen Forschungsstand auf diesem Spezialgebiet. [...]

"Filmblatt", 7. Jahrgang, Nr. 19/20, Sommer/Herbst 2002, S. 125 - 128, Teil 4, "vorgestellt von... Ralf Forster"
Im Sinne einer Konfrontation von Filmgeschichte und aktuellen Tendenzen lesen sich die Texte von Daniel Hubp und Romain Geib zu neuen Kameraformaten (u.a. 24p von Sony). Hubp zeichnete auch maßgeblich fur die DVD verantwortlich, eine zeitgemäße und sinnvolle Handreichung. [...]

In die Buchedition ist auch die Befragung eines Fachspezialisten der Industrie eingeschoben: das Interview von Michael Gööck mit dem Kodak-Manager Hans Hennecke. Sein salomonisches Urteil bezeichnet sicher auch die Vorsicht der Branche, sich auf exakte Prognosen festlegen zu wollen. [...]

Diese "Weltwunder der Kinematographie" könnten ein Standardwerk zur Tonfilm-Historie werden. Nach Harald Jossés "Die Entstehung des Tonfilms" (soeben im Reprint bei Polzer erschienen) und Wolfgang Mühl-Benninghaus' "Das Ringen um den Tonfilm" [siehe FILMBLATT 13, S. 98 f] scheinen nun die wesentlichsten Fakten eines fundamentalen Medienwandels auf dem Tisch zu liegen.

"Filmgeschichte", Nr. 16/17, Juni 2002, S. 133 - Neue Filmliteratur. Mit Annotationen von Hans Helmut Prinzler - Aufstieg und Untergang des Tonfilms
Mit dem apokalyptischen Titel, einem schlagwortreichen Editorial und seinem essayistischen Versuch, den Weg zur "integralen Kino-Dramaturgie" zu beschreiben, will uns der Herausgeber auf einen Epochenwechsel "vom analogen Filmstreifen zur digitalen Kino-Projektion" vorbereiten. Als Stützpfeiler dienen ihm sechs zum Teil bereits publizierte Texte von Gundolf S. Freyermuth. Sie behalten auch beim Wiederlesen ihren provokanten Reiz. Faktenreich sind die Beiträge von Frank Bell, Friedrich Karl Engel und Gert Koshofer über Lichtton, Magnetton, Kodak und den Kinofarbfilm. Wolfgang Mühl-Benninghaus schlägt eine Brücke "Vom Aufstieg des Tonfilms zur digitalen Bildproduktion". Eine innere Marginalspalte enthält Anmerkungen, Chroniken (Jeanpaul Goergen über das Jahr 1929) und Autoreninformationen. Der Band ist ambitiös. Als Bonus gibt es eine DVD.

Kurzbeschreibung
Bei der Buchbeilage zur Ausgabe 6.2002 der "Weltwunder der Kinematographie" handelt es sich um eine DVD-Video im PAL-Videostandard (DVD-9, SS/DL) mit Region-Code Null. Sie benötigen dafür entweder ein DVD-ROM Laufwerk mit DVD-Video-Player oder einen DVD-Standalone-Player.

Der Autor über sein Buch
Auf dem Weg zur integralen Kino-Dramaturgie
Als ich gegenüber Freunden und Kollegen den Gedanken äußerte, ich wolle mich bei der nächsten Ausgabe der "Weltwunder der Kinematographie" mit dem "Aufstieg und Untergang des Tonfilms" beschäftigen, erntete ich zunächst ungläubiges Staunen: Ja, was kommt denn nach dem Tonfilm? - Wie soll man sich denn das künftige Kino ohne Ton-Film vorstellen? - Kehren wir gar zurück zum Stummfilm?

Als der "Tod des Stummfilms" zu vermelden war, ging weder die Kinematographie noch das Kino ein; lediglich eine bestimmte Dramaturgie wurde nicht weitergeführt. Die lineare Filmerzählung hat nun heute ausgedient und die Schöpfer der Kinowerke überschreiten mit neuer Digitaltechnik dieses Dogma der Linearität. Dabei entstehen neue, integrale Dramaturgien gegen welche die bisherige plötzlich "alt" aussieht.

Grundgedanke war, den Vorgang um die Herausbildung des Tonfilms sowie die Innovationen zum "Digitalen Kino" näher zu betrachten, um so auch Strukturparallelen des Wandels deutlich zu machen. - Gleich einem Lauffeuer verbreitete sich die Idee des neuen "24p" Digital-Video-Standards; so entstand ein zweiter Themen-Schwerpunkt der sechsten Ausgabe dieses Periodikas.

Geblieben ist die Praxis, dass englischsprachige Beiträge nicht ins Deutsche übersetzt werden; bei deutschsprachigen Beiträgen gibt es entweder eine englische Synopsis oder eine englische Lang- oder Voll-Übersetzung.

Best.-Nr. 6025 - (65,23 EUR netto) 69,80 EUR brutto

 
 
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